Der Ausverkauf des Goldes.
Die Ressourcen werden knapp. Doch schneller als das Öl verbraucht sein wird, sind die natürlichen Gold-Quellen abgebaut. Schon in 6 bis 7 Jahren, so schätzen manche Experten, könnte die letzte Goldmine ihre Pforten für immer schließen.
Anna Weber
Die Goldquellen der Erde sind begrenzt. Bald sind sie erschöpft, dann ist alles Gold, das unter der Erde zu finden ist, vollständig abgebaut. Aber wann genau ist es soweit? Jedes Jahr werden circa 2600 Tonnen Gold gefördert und davon stammen nur etwa 600 Tonnen aus neu entdecken Minen. Unweigerlich wird also eines Tages das Gold abgebaut sein. Nach manchen Expertenschätzungen bereits in 6 bis 7 Jahren.
Schon heute ist Gold so rar, dass sich die Förderung auch dann noch lohnt, wenn pro Tonne Gestein nur ein einziges Gramm Gold entdeckt wird. Dabei befindet sich im Salzwasser eine gigantische Goldquelle. Vom Goldvolumen her betrachtet ist sie sogar größer als die gesamten bergmännisch geförderten Ressourcen. Einziger Haken: Man kann es nicht abbauen. Alle elektrolytischen Verfahren waren mit einer Fördermenge von 0,004 Milligramm Gold pro Tonne Meerwasser nicht wirtschaftlich genug. Also bleiben die Minen in den USA, Australien, Südafrika und der Russischen Föderation nach wie vor die wichtigsten Goldlieferanten.
Beim Blick ins Juwelierschaufenster oder auf manche Hände und Hälse will man gar nicht glauben, dass Gold tatsächlich so rar sein soll. Des Rätsels Lösung liegt im Mischungsverhältnis. In Deutschland darf jedes Metallgemisch, das zu mindestens 33 % aus Feingold besteht, als Gold bezeichnet werden. Andere Länder sind da nicht so großzügig und lassen die Bezeichnung nur dann zu, wenn der Feingoldanteil mehr als die Hälfte des Gewichtsanteils ausmacht. Somit kann die Reinheit des edlen Metalls von 24 auf bis zu 8 Karat sinken – nämlich dann, wenn der Stempelaufdruck „333” zu finden ist. Goldschmiede nennen dieses Mischungsverhältnis bisweilen liebevoll „Edelkupfer”. Wer jetzt an die goldglänzenden, riesigen Tempelanlagen und eindrucksvollen Buddhastatuen denkt, dem sei gesagt: Es handelt sich in der Masse um Blattgold. Denn die weltweit vorhandene Goldmenge würde schlichtweg nur für ein einziges Hochhaus aus purem Gold reichen.




