Ein Blick in den Ofen:
Was geschieht beim Schmelzprozess?

Nicht nur für jeden Marathonläufer – auch fürs Gold sind lange Strecken das Maß aller Dinge. Etliche Kilometer muss es auf dem Weg der Edelmetall-Rückgewinnung zurücklegen. Erst dann hat es den Zustand reinen Metalls erreicht.
Wie viel Edelmetall das Altgold tatsächlich enthält, offenbart die Analyse. Das gesamte Material wird geschmolzen und homogenisiert, indem das Scheidgut Induktionsfeldern zugeführt wird. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie ein Mikrowellenherd, nur dass Temperaturen von bis zu 1800 Grad Celsius herrschen.
Zwar schmilzt Feingold schon bei der vergleichsweise geringen Temperatur von exakt 1064,4 Grad Celsius, aber Titan wird erst bei 1660 Grad Celsius butterweich. Dieser Hitze fallen alle brennbaren Verunreinigungen wie Öl, Papier, Kunstharz, Perlen oder Steinmaterial „zum Opfer”. Auch keramische Verblendungen schmelzen und setzen sich wegen ihrer geringen Dichte als Schlacke auf der Schmelze ab. Schließlich wird diese Schmelze in eine rechteckige Barrenform gegossen und von allen oberflächlichen Verunreinigungen und Schlackenanhaftungen befreit. Erst danach ist zu sehen, ob die erforderliche Homogenisierung der Abfälle tatsächlich erreicht wurde.
Nachdem der Schmelzkörper, die sogenannte „Plansche” erstarrt, wird sie gewogen. Metallproben geben Aufschluss über den Edelmetallgehalt. Bohrungen an Ober- und Unterseite sorgen für ein möglichst repräsentatives Analyseergebnis.




